Wappen Bandknopf

Die älteste Darstellung des Märkerwappens

22.07.2010 - Autor: Kuckuck - Keine Kommentare »

Wappen KDStV MarchiaIm folgenden Artikel aus den Märkerblättern Nr. 107 (Sommersemester 2010) erläutert unser AHx Bbr Dominikus Klinke das auf den Festeinladungen zum 100. Stiftungsfest verwendete Wappen.

Die Festeinladung zum 100. Stiftungsfest wird ein den meisten Bundesbrüdern bisher unbekanntes Wappen zeigen, dass aber auf der bislang ältesten Darstellung des Märkerwappens beruhen wird, ergänzt um den üblichen couleurstudentischen Zierrat mit Helmschmuck in Seitenansicht.

In unserem Archiv befindet sich das Original eines Couleurblattes, das bisher noch nicht hinreichend gewürdigt wurde, auch, weil es bisher nicht datiert werden konnte, aber hochinteressante wichtige Besonderheiten gegenüber allen späteren Wappenformen aufweist. Dargestellt werden die vier Prinzipien der Verbindung: Religio im ersten Feld wird durch das weiße (silberne) Kreuz auf karmoisinrotem Grund mit dem Christusmonogramm Chi Rho repräsentiert, Patria im zweiten Feld durch den roten Brandenburger (Märkischen) Adler. Amicitia erscheint in Form einer roten Blume auf weißem (silbernen) Grund im dritten Feld und im vierten Feld Scientia in Gestalt von Zahnrad und gekreuztem Schlägel und Zange auf karmoisinrotem Grund. Zirkel und Verbindungsfarben sind im Mittelfeld dargestellt, allerdings laufen die Farben von rechts unten nach links oben.

Die angegebene Märkeradresse (Karlsstraße 44) beherbergte Marchia bis 1919. Dank des Archivars der Winfridia, die das formal identisch gestaltete Couleurblatt von Winfridia besitzt, kann dieses Blatt nun vorläufig datiert werden. Das Winfridenblatt ist aufgrund der Aussage des Alten Herren, der dieses Blatt erworben hat, auf 1912 zu datieren. Dies ist deshalb auch glaubwürdig, da dort neben der Winfridenadresse Basteigasse (Haus der Winfridia seit 1910) auch das Freundschaftsverhältnis Winfridias zur belgischen Verbindung Lowania in Löwen dokumentiert wurde. Dieses Freundschaftsverhältnis musste aber 1914 wegen des Krieges beendet werden. Dies alles passt zu der überlieferten Winfriden-Datierung. Folglich handelt es sich bei unserem Couleurblatt um die älteste erhaltene Abbildung des Märkerwappens. Zwei Details möchte ich an dieser Stelle hervorheben, ohne der im Wintersemester erscheinenden Dokumentation über 100 Jahre Märkergeschichte insgesamt vorgreifen zu wollen.

Wieso ist im dritten Feld eine Blume zu sehen?
Alt-Archivar Bbr Heinz Gelhoit weiß zu berichten, dass Marchia eine Blume (Rose) aus dem Wappen der Rheno-Saxonia zu Köthen (mit Marchia 1911 fusioniert) in ihr Wappen aufgenommen haben soll. Diese rote Blume ist tatsächlich im Rhein-Sachsen-Wappen enthalten, und damit wäre das, was Heinz Gelhoit aus Erzählungen der Gründungsmärker mündlich erfahren hat, mit dieser Wappendarstellung von 1912 mit einem historischen Zeugnis bildlich dokumentiert.

Wieso der rote Brandenburger Adler im zweiten Feld?
Der Zusammenhang zum Verbindungsnamen ist nahe liegend. Alle spätere Wappendarstellungen zeigen einen anderen Adler, allerdings hat diese Tafel den Vorzug, die älteste dokumentierte Version zu sein. Dieses wird aber noch entsprechend von Bbr. Dr. Thomas Kreft, unserem Archivar, und mir in der angekündigten Schrift zu 100 Jahren Marchia dokumentiert und historisch bewertet werden.

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